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Sozialistische Zeitungen

Während eines Grossteils des 19. und 20. Jahrhunderts spielte die politische Meinungspresse eine zentrale Rolle in der medialen und politischen Landschaft der Schweiz. Das galt auch für die Arbeiterbewegung. Ab 1851 gab der Schweizerische Grütliverein, der anfänglich freisinnig ausgerichtet war und sich im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts zunehmend der Sozialdemokratie annäherte, den «Grütlianer» als eigene Zeitung heraus, die bis 1925 erschien und auf e-newpaperarchives.ch digital zur Verfügung steht. Die frühen sozialdemokratisch-gewerkschaftlichen Zeitungen «Die Tagwacht» (1869–1880) und «Arbeiterstimme» (1881–1908) sind im Original bzw. auf Mikrofilm im Schweizerischen Sozialarchiv zugänglich. Ab Ende des 19. Jahrhunderts entstanden in den meisten Kantonen Presseorgane der jeweiligen Kantonalparteien der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz. Die sozialdemokratische Parteipresse stellt somit eine wichtige Quelle für die Geschichte der schweizerischen Arbeiterbewegung dar. Mit der «Berner Tagwacht» und der «Sentinelle» (La Chaux-de-Fonds) auf e-newspaperarchives.ch sowie der «Libera Stampa» auf https://www2.sbt.ti.ch/quotidiani-public-pdf sind die drei wichtigsten sozialdemokratischen Zeitungen der drei Sprachregionen in retrodigitalisierter Form online zugänglich. Das gleiche gilt für mehrere sozialistische Zeitungen aus dem Kanton Waadt und mehrere – teilweise nur in sehr kleiner Auflage und während kurzer Zeitspannen erscheinende – linke Zeitungen aus dem lange sehr konservativen Kanton Wallis. Die übrigen sozialistischen Presseerzeugnisse (inklusive der Jugend-, Kultur- und Sportorganisationen) sind in der Schweizerischen Nationalbibliothek, dem Schweizerischen Sozialarchiv und den jeweiligen Kantonsbibliotheken weiterhin in Papierform oder auf Mikrofilm zugänglich. Die Datenbank SMD bzw. Swissdox enthält die linksalternative «WoZ – Die Wochenzeitung» und die linke Zürcher Zeitung «P. S.».