Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich
14.05.2009
Harry Gmür. Bürger, Kommunist, Journalist
Donnerstag, 14. Mai 2009, 19 Uhr im Theater Stadelhofen
Das Schweizerische Sozialarchiv und der Chronos Verlag laden ein zur Vernissage der Publikation über Harry Gmür (1908-1979).
Mitwirkende: Hans Ulrich Jost, Vera Bommer, Monika Bucheli, Markus Bürgi und Mario König (Autoren)
Harry Gmür: ein zerrissenes Leben, wie es nur die politischen Wechselfälle und Katastrophen des 20. Jahrhunderts hervorbringen konnten. Dem Grossbürgersohn Gmür (1908-1979) war eine solche Karriere nicht in die Wiege gelegt. Ungewöhnlich war seine frühe Ehe mit einer Frau ostjüdischer Herkunft, Gena Esther. Ungewöhnlich auch sein politischer Weg nach links, der ihn während der 1930er Jahre zu den Gewerkschaften und zur Sozialdemokratie führte, und dann zu den Kommunisten. Trotz beachtlicher Anfangserfolge der Partei der Arbeit (PdA) zerschlug sich der Traum von einer schweizerischen Linkspartei schon bald. Im Kalten Krieg geriet Gmür in eine tiefe politische und persönliche Isolation. Die verdeckte, 1958 beginnende Tätigkeit für die Ostberliner «Weltbühne» kam einer Rettung gleich. Als Schweizer Afrikakenner «Stefan Miller» verfasste Harry Gmür Hunderte von Reportagen und Kommentaren für die «Weltbühne». Daraus entstanden fünf Bücher, die in Verlagen der DDR erschienen. In der Schweiz war der Autor ausserhalb der PdA nur der Polizei bekannt.
Neben einem ausführlichen Biographieteil von Markus Bürgi und Mario König enthält das Buch Texte von Harry Gmür: politische Kommentare und Reportagen, die es wert sind, der Vergessenheit entrissen zu werden.