Schweizerisches Sozialarchiv
15.12.2008
„Frauen im Laufgitter“ – Iris von Roten und ihr epochales Werk
Montag, 15.Dezember 2008 um 19.30 bis 21.00 Uhr
im Theater Stadelhofen, Stadelhoferstrasse 12, 8001 Zürich
Im Herbst 1958 veröffentlichte Iris von Roten unter dem viel sagenden Titel „Frauen im Laufgitter. Offene Worte zur Stellung der Frau“ ihre scharfsinnige Analyse der Geschlechterverhältnisse, damals ein äusserst skandalträchtiges Unternehmen. Das Buch löste denn auch bald eine öffentliche Polemik aus, die mehr auf die Person der Autorin zielte als auf das unbequeme Bild, das diese von der Gesellschaft zeichnete. Während Männer Buch und Autorin hämisch zerrissen, distanzierten sich die Frauen insbesondere von der Einschätzung der Hausarbeit als sklavenähnliche Fronarbeit und von der Einforderung der freien Liebe auch für das weibliche Geschlecht. – Erst zehn Jahre später fand Iris von Roten unter den jungen 68er-Frauen Leserinnen, die sich mit ihrer breit angelegten Kritik und ihren Forderungen identifizierten. Die zweite Karriere des Buches war lanciert; sie dauert bis heute an.
Lesung von Passagen aus dem Werk: Annelore Sarbach, Schauspielerin
Einführung in Werk und Autorin: Elisabeth Joris, Historikerin