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Schweizerisches Sozialarchiv
14.01.2009
Neuzugang: Nachlass Max Meier (1917-2008)

Max Meier wurde 1917 in der Nähe von Winterthur als Sohn eines sozialdemokratischen Eisenfräsers geboren. Schon früh engagierte er sich politisch in der Sozialistischen Arbeiterjugend. Die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre, die Machtergreifung der NSdAP in Deutschland und die angespannten ideologischen Verhältnisse in der Schweiz radikalisierten seine politische Einstellung. Weil er während des Aktivdienstes die Aussenpolitik der Sowjetunion befürwortet hatte, wurde Max Meier 1940 militärgerichtlich verurteilt und nach fünfmonatiger Haft aus der Armee ausgeschlossen. Die Behörden bestraften den jungen Primarlehrer mit einem dreijährigen Berufsverbot. Als führendes Mitglied der illegalen Kommunistischen Partei Winterthur war er zudem 1942 acht Monate inhaftiert. Nach dem Krieg war Max Meier als Lehrer tätig, wurde aber sowohl in Zürich in den 1950er Jahre wie auch in Maur 1966 – nach einer landesweit beachteten antikommunistischen Kampagne – wegen seiner Gesinnung abgewählt. Der leidenschaftliche Lehrer vermochte beruflich nicht mehr Fuss zu fassen. Diese Verbitterung prägte sein weiteres Leben. Von der PdA, deren Zürcher Sektion er mitgegründet hatte, war er bereits 1951 ausgeschlossen worden. Er blieb jedoch politisch aktiv, ab 1966 in der SP, die er von 1982 bis 1986 im Kantonsrat vertrat. Max Meier publizierte Bücher, schrieb Leserbriefe, Essays und Briefe, gründete in Winterthur die „Sozialistische Volkshochschule“ und beteiligte sich an den Bemühungen zur Abschaffung der Schweizer Armee. Sein vielseitiges und unermüdliches Engagement hat Max Meier bis kurz vor seinem Tod 2008 in Tagebüchern und Textsammlungen dokumentiert. Der Bestand bietet dank dieses umfangreichen Materials einzigartige Einblicke in eine spannende – und für Max Meier zeitweise tragische – Epoche der Schweizer Geschichte. Besonders hervorzuheben sind Meiers Aufzeichnungen, Materialsammlungen und Schriftwechsel zur Parteigeschichte der PdA, speziell zu den innerparteilichen Auseinandersetzungen in den Jahren 1944-1953, sowie die umfangreiche Dokumentation zur Schweizer Friedensbewegung seit den 1940er Jahren. Der Nachlass ist unter der Signatur Ar 160 im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs verfügbar.
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